Entspannt in jeder (Wohn-)Lage: Wichtige Versicherungen für Mieter

Der Gedanke an die Suche nach der passenden Wohnung entlockt vielen Mietern nur ein Augenrollen und ein entnervtes Stöhnen. Kein Wunder, die Traumwohnung versteckt sich oft gut. Die Suche gestaltet sich nicht selten langwierig und nervenaufreibend. Ist DIE Wohnung endlich gefunden, gestrichen, bezogen und eingerichtet, möchte man sich nur noch entspannen und das neue Zuhause genießen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Motivation, sich um Versicherungen zu kümmern, wohl nicht allzu hoch. Nicht noch eine Aufgabe, möchte man rufen.

Ignorieren sollte man das Thema dennoch nicht. Denn auch in Mietverhältnissen können Unfälle, Schäden oder unglückliche Umstände zu hohen Kosten führen. Diese reißen ein großes Loch ins eigene Budget oder können im schlimmsten Falle überhaupt nicht selbst getragen werden. Eine Absicherung der eigenen Finanzen ist immer sinnvoll. Doch was sind wichtige Versicherungen für Mieter? Folgender Text sorgt – frei von Stress und Mühe – für einen schnellen Überblick und zeigt, worauf man achten sollte.

Was sind wichtige Versicherungen für Mieter?

  • private Haftpflichtversicherung mit auf Mieter zugeschnittenen Leistungen
  • Hausratversicherung (optional)
  • Rechtsschutzversicherung (optional)

Waschmaschine läuft aus

Keine Angst vor Schadensersatzforderungen mit Mieterhaftpflichtversicherung

Auf eine Haftpflichtversicherung sollte niemand verzichten – ist sie doch eine der wichtigsten privaten Versicherungen. Sie springt bei Schadensersatzforderungen aufgrund eines vom Versicherten verursachten Schadensfall ein. Dies beinhaltet in der Regel Sach-, Vermögens- und Personenschäden Dritter. Ist man für einen Schaden verantwortlich, der das Eigentum, Vermögen oder gar eine dritte Person selbst betrifft, kann dies hohe Kosten zur Folge haben. Besonders bei Personenschäden können Forderungen bis in Millionenhöhe entstehen. Keine Summe, die man eben einmal bezahlen kann – ganz im Gegenteil, derartige Beträge können sogar existenzbedrohend sein.

Der Abschluss einer Haftpflichtversicherung steht also außer Frage. Dennoch sollte man darauf achten, einen Tarif zu wählen, der auf die eigenen Bedürfnisse optimal zugeschnitten ist. So sollten Mieter darauf achten, dass ihre Versicherung einige bestimmte Punkte abgedeckt.

Mietsachschäden

Auf einen Begriff sollte man bei der Suche nach einer geeigneten Mieterhaftpflichtversicherung besonders achten: auf die Abdeckung von Mietsachschäden. Dann haftet die Versicherung für alle Schäden, die an fremden, gemieteten Eigentum entstehen. Ob beispielsweise der umgestoßene Rotwein, der den fest verlegten, hellen Teppich verschandelt oder aber die Fliese im Badezimmer, die durch ein Missgeschick zerbrochen ist – finanziell hilft die passende Haftpflichtversicherung. Wohnung sowie festverbaute Mietsachen, also Böden, Türen oder Sanitäranlagen sind in der Regel im Versicherungsvertrag enthalten. Für gemietete Gärten, Schuppen oder Garagen sollte man sich rückversichern, ob der gewählte Tarif eine Ausschlussklausel enthält.

Fred fasst das Wichtigste zur Haftpflichtversicherung zusammen.

Achtung: Glas, also zerbrochene Fensterscheiben oder Scherben im Wintergarten, die man in der Wohnung Dritter verschuldet hat, werden im Normalfall nicht durch die Privathaftpflicht abgedeckt. Wer sich in seiner Mietwohnung an großen Fensterfronten oder viel verbauten Glas erfreut, sollte über eine Glasbruchversicherung nachdenken. Diese greift dann, wenn man den Schaden selbst verursacht hat.

Allmählichkeitsschäden

Unter Allmählichkeitsschäden versteht man Schäden, die nicht sofort sichtbar sind, sondern erst nach und nach entstehen. Ursache kann beispielsweise das im Wohnzimmer stehende Aquarium sein, aus dem immer wieder Wasser austritt, wodurch das Parkett nach einiger Zeit aufquillt und beschädigt wird. Deshalb sollten Mieter darauf achten, dass ihre Police Allmählichkeitsschäden nicht ausschließt. Denn auch schleichende Schäden können schnell sehr teuer werden.

Schlüsselversicherung

Wer kennt nicht die Schrecksekunde, wenn man vor der Haustür nach dem Schlüssel kramt und diesen nicht direkt findet. Meist kann man schnell darüber lachen. Richtiges Entsetzen überkommt den Sucher erst, wenn er feststellt, dass er den Schlüssel tatsächlich verloren hat. Für Mieter kann dies noch teurere Konsequenzen haben als für Hauseigentümer, besonders wenn es sich um ein größeres Mietshaus mit einer Schließanlage handelt. Beim Abschluss ihrer Haftpflichtversicherung sollten Mieter deshalb darauf achten, dass der „Verlust fremder, privater Schlüssel“ in ausreichender Höhe abgesichert ist.

Bild zeigt eine Küche und ein Esszimmer

Hausratversicherung: Sinnvoll für Mieter

Wer eine Haftpflichtversicherung mit den wichtigen Leistungen abgeschlossen hat, kann sich erst einmal entspannen. Das Dringendste ist erledigt. Doch es gibt auch weitere wichtige Versicherungen für Mieter. Dazu gehört auch die Hausratversicherung. Diese versichert den eigenen Hausrat, also alle Gegenstände, die zum Haushalt gehören.

Von der Haftpflichtversicherung unterscheidet sich die Hausrat vor allem in einem Punkt: Erstere sichert den Versicherten gegen einen selbst verursachten Schaden ab, der dritte Personen betrifft. Letztere greift, wenn man selbst (beziehungsweise der Hausrat) von einem Schaden betroffen ist.

Kommen Einrichtungsgegenstände, Elektrogeräte, Kleidung oder Wertsachen, die sich in der Wohnung befinden, durch eine der im Versicherungsvertrag festgehaltenen Ursachen zu Schaden, haftet die Hausratversicherung. Mieter und Eigentümer sollten bei der Tarifwahl auf die genauen Leistungen achten. Denn es können die verschiedensten Ursachen abgedeckt sein – Einbruch und Diebstahl, Sturm, Blitzschlag oder auch Feuer. Auch optionale Zusatzleistungen wie eine Glas- oder Elementarversicherung können hinzugebucht werden. Wofür man sich genau entscheidet, hängt ganz von der individuellen Wohnsituation und -lage ab. Wenn man jedoch sehr viel Geld in die Einrichtung, technische Geräte oder auch den eigenen Kleiderschrank investiert hat, ist eine Hausratversicherung sinnvoll – für Mieter und Eigentümer gleichermaßen.

Bild zeigt einen Richterhammer, eine Waage und Bücher

Mit Rechtsschutzversicherung hohe Kosten sparen

Eine weitere optionale Versicherung für Mieter ist die Rechtsschutzversicherung. Denn auch wenn man sich dies vielleicht nur schwer vorstellen kann – ein Rechtsstreit kann schnell entstehen. Vor allem im Arbeitsleben oder eben in einem Mietverhältnis kann es rasch zu Ärgernissen und Streitigkeiten kommen, die immer wieder vor Gericht enden. Und das kann richtig teuer werden. Wer sich dann abgesichert hat, kann froh sein. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt die durch einen Rechtsstreit entstandenen Kosten. Mieter sollten deshalb bei der Tarifwahl darauf achten, dass die Bausteine Wohnen und Mieten abgedeckt sind.

Versicherungen rund um die Mietwohnung: Wann ist der Vermieter verantwortlich, wann der Mieter?

Geht es speziell um Unfälle oder Schäden in oder an einem Mietobjekt, stehen an erster Stelle wohl die Fragen: „Wann muss ich als Mieter zahlen? Und wann ist der Eigentümer verantwortlich?“ Grundsätzlich kann der Eigentümer, also der Vermieter, für alle in seiner Immobilie oder auf seinem Grundstück entstandenen Schäden zur Verantwortung gezogen werden. Denn er ist dafür zuständig, alle Gefahrenquellen, Schäden oder Mängel, die zu Unfällen führen könnten, zu beseitigen. Vermieter sollten nicht auf eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht verzichten. Diese springt ein, wenn Dritte auf dem Eigentum des Vermieters zu Schaden kommen, also wenn beispielsweise ein Fußgänger durch einen herabstürzenden Dachziegel verletzt wird.

Doch wer haftet, wenn die Waschmaschine des Mieters ausläuft und den Boden und die angrenzende Wand beschädigt? Zunächst muss geklärt werden, auf wessen Konto der Schaden geht. Hat der Mieter die Waschmaschine nicht vorschriftsmäßig angeschlossen, ist es besser, er hat eine Versicherung – Wohnung oder Haus, das Mietobjekt spielt dabei keine Rolle. Denn sonst kann die Schadensbehebung teuer werden. Selbst verursachte Schäden müssen vom beziehungsweise auf Kosten des Mieters oder eben dessen Haftpflichtversicherung behoben werden.

Und was geschieht, wenn in die Mietwohnung eingebrochen wurde? Der Vermieter ist in der Regel dafür zuständig, die Einbruchspuren am Gebäude zu beseitigen und muss auch die Kosten dafür tragen. Nicht verantwortlich ist er für beschädigtes oder entwendetes Eigentum des Mieters. Dieses muss der Mieter entweder selbst ersetzen oder aber den Schaden an seine Hausratversicherung – sofern vorhanden – melden.