Wenn Bello Ärger macht – Wie sinnvoll ist die Hundehaftpflicht?

Vor einigen Tagen in der Nähe von München: Der beschauliche Spätsommertag wurde jäh von einem Verkehrsunfall erschüttert. Auslöser war ein freilaufender Hund, der einen Motorradfahrer zu einem Ausweichmanöver zwang, der in einem Unfall endete. Als wäre dies nicht schon schlimm genug , wurden sowohl der Fahrer als auch eine Ersthelferin von dem Tier gebissen. Das Endergebnis war ein Transport des Bikers ins Krankenhaus, ein verletzter Hund, eine schockierte Ersthelferin und erheblicher Sachschaden.

Zugegeben, solche Szenarien sind die Seltenheit, doch immer wieder passiert es, dass Hunde Schaden anrichten, sei es an Personen oder an Gegenständen. Die Besitzer sind natürlich in der Pflicht, ihr Tier so weit im Griff zu haben, dass nichts passiert. Doch selbst der liebste Hund kann in manchen Situationen unberechenbar sein. Aber sollte jeder Hundebesitzer deswegen eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen?

Reicht eine Haftpflichtversicherung nicht aus?

Für Nadine ist ein lang ersehnter Traum in Erfüllung gegangen: Endlich hat sie im Tierheim den perfekten Hund für sich gefunden. Wauzi ist ein süßer Malteser-Mischling mit weißen Wuschelhaaren und Knopfaugen. Niemand würde je auf die Idee kommen, dass ein solches Wesen Schaden anrichten könnte. Doch Wauzi ist auch quirlig und ungestüm, er tobt gerne herum. Nadine ist sich unsicher, was passiert, wenn Wauzi das Eigentum eines Fremden kaputt macht, einen Unfall provoziert oder gar nach einem Passanten schnappt. In diesem Fall würde Nadine in voller Schadenshöhe dafür haften, da sie eine Aufsichtspflicht für Wauzi hat. Vor allem bei Personenschäden kann ein großer finanzieller Schaden entstehen, beispielsweise bei einem Fahrradunfall.
Nadine hat eine Haftpflichtversicherung. Ein Blick in die Unterlagen zeigt ihr aber, dass durch Hunde verursachte Schäden nicht im Versicherungsschutz enthalten sind. Zwar wird das Hüten fremder Hunde abgesichert, doch dies würde nur dann greifen, wenn Nadine kurzzeitig auf einen anderen Hund aufpasst. Es muss also eine gesonderte Tierhalterhaftpflicht her.

Wo die Hundehaftpflicht Pflicht ist

Nadine findet heraus, dass es in einigen Bundesländern eine Pflicht für Halter gibt, eine Hundehaftpflicht abzuschließen. Dies ist der Fall in Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachen-Anhalt und Thüringen. Da Nadine in Bayern wohnt, muss sie keine Hundehaftpflicht abschließen. Hier gilt nur eine eingeschränkte Pflicht für bestimmte Hunderassen. Dennoch möchte Nadine auch für Wauzi eine Hundehaftpflicht abschließen, um etwaige Kosten zu vermeiden.

Was deckt die Hundehaftpflicht ab?

Beim Anbietervergleich findet Nadine heraus, welche Leistungen eine Hundehaftpflicht überhaupt erbringt. Dazu gehören alle Schäden an Personen, Sachen oder Vermögen, die Wauzi verursacht. Manche Anbieter schützen auch Mietsachschäden an gemieteten Objekten, Ereignisse im Urlaub, Schäden an öffentlichen Orten wie Friedhöfen, ungewollte Deckakte oder Nachkommen des Hundes. Nadine sucht sich eine Hundehaftpflicht, die möglichst all diese Leistungen erbringt. In diesem Fall ist sie rundum versorgt, vor allem auch, wenn sie mit Wauzi verreist oder er ungewollt einen Nachkommen zeugt.
Leider sind Schäden am eigenen Besitz nicht abgesichert. Macht Wauzi also beispielsweise Nadines Sofa kaputt, muss sie hierfür selbst aufkommen. Passiert das gleiche bei einem Freund, würde die Hundehaftpflicht den Schaden ersetzen. Positiv ist, dass in einer Hundehaftpflichtversicherung zudem ein passiver Rechtsschutz gilt. Sollte es aufgrund eines Vorfalls zu einem Gerichtsprozess kommen, werden die dabei entstehenden Kosten ebenfalls übernommen.

Was sollte man noch beachten?

Nadine entscheidet sich für eine Versicherungssumme von 5 Millionen Euro. Dies gilt allgemein als sinnvolle Grenze. Sollte es zu einem schwereren Unfall kommen, können hohe Kosten entstehen, vor allem wenn Personen zu Schaden gekommen sind. Andernfalls müsste Nadine aus eigener Tasche für etwaige Operationen oder gar Rentenzahlungen aufkommen.
Reguläre Tarife gibt es bereits ab unter 100 Euro Jahresbeitrag.Bei Kampfhunden bestehen Sonderkonditionen: Zum Einen bietet nicht jede Versicherung eine Hundehaftpflicht an, zum Anderen kann der Beitrag sich dadurch erhöhen.

Junger Hund in seinem Zuhause

Versicherungsschutz für jeden Hund zu empfehlen

Nadine kann nach Abschluss einer Hundehaftpflicht weitaus sorgenfreier mit Wauzi herumtoben. Sollte etwas passieren, sind jegliche Schäden abgedeckt. Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, meldet sie sich und Wauzi in einer Hundeschule an.

Fazit: Eine Hundehaftpflicht eignet sich für jeden Hund: Ob Schoßhündchen oder Schäferhund, ob langsam oder lebhaft. Auch für liebe und gut erzogene Hunde sollte Herrchen oder Frauchen eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen. In manchen Bundesländern herrscht sogar eine Pflicht dazu. Dadurch können für die Besitzer unnötige Kosten vermieden werden und dies mit nur geringem finanziellen Aufwand.