Fred steht auf seinem Balkon und stößt versehentlich einen Blumentopf herunter
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Von fliegenden Blumenkästen und kaputten Fliesen

Endlich ist es so weit – die ersten Sonnenstrahlen des Jahres läuten den Frühling und damit auch die Balkonsaison ein. Seit ich eine Mietwohnung mit großem Balkon bezogen habe, will ich diesen auch voll ausnutzen. Von Begrünung über Dekoration bis hin zu Grillpartys mit Freunden – auf meinen Balkon kommen lebhafte Wochen und Monate zu. Seit ich aber im letzten Jahr ein unerfreuliches Erlebnis hatte, bei dem es zu einem unglücklichen Zusammentreffen zwischen einem meiner Blumenkästen und dem Auto der Nachbarn kam, weiß ich eins: Für den unbeschwerten Balkongenuss ist etwas noch wichtiger als ein grüner Daumen und ein Händchen für Gestaltung – und zwar eine gute Haftpflichtversicherung. Diese springt in einer ganzen Reihe von Situationen ein, in denen es auf und mit dem Balkon zu Problemen kommen könnte.

Hindernisse auf dem Weg zum frühlingsfertigen Balkon

Über die langen Wintermonate wird kaum ein Balkon viel genutzt. Dementsprechend ungastlich sehen die meisten im Frühjahr schließlich auch aus. Gut, dass zu dieser Zeit oft ein Frühjahrsputz ansteht, denn diesen kann man direkt auf den Balkon ausweiten und das Projekt „Balkon für den Sommer auf Vordermann bringen“ mit einer Grundreinigung beginnen. Wer es dabei zu gut meint und den meist gefliesten Boden des Balkons seiner Mietwohnung mit ungeeigneten Putzmitteln säubert, steht schon dem ersten Haftpflichtfall gegenüber. Sofern die Haftpflichtversicherung Mietsachschäden abdeckt, sollte sie für beschädigte Fugen und kaputte Fliesen aufkommen.

Ist der Balkon sauber, können die optischen „Verschönerungsarbeiten“ beginnen. Wer sein Außengeländer mit Blumenkästen aufgewertet hat, sollte vor der Neubepflanzung dringend deren Sicherung überprüfen. Was passieren kann, wenn man dabei nachlässig ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Eine der Halterungen an meinem Balkon hatte sich gelockert, weshalb der frisch bepflanzte Blumenkasten in einer stürmischen Nacht abstürzte und das unter dem Balkon geparkte Auto der Nachbarn traf. Glücklicherweise wurde keine Person verletzt, doch das Auto musste mit einem nicht unerheblichen Schaden in die Werkstatt. Auch hier sprang meine Haftpflichtversicherung ein und übernahm die Kosten für die Reparatur. In Fällen wie diesen, in denen andere Menschen betroffen sein können, ist die Haftpflichtversicherung umso wichtiger. Wer für Krankenhausaufenthalte oder gar dauerhafte Beeinträchtigungen von anderen selbst aufkommen muss, steht in den meisten Fällen vor dem finanziellen Ruin.

Sind alle Pflanzen gepflanzt, aufgestellt und gesichert, wollen sie natürlich auch gepflegt werden. Wer dabei unachtsam ist, zieht leicht den Unmut der Nachbarn auf sich. Allerdings sind ein paar versehentliche Tropfen auf deren Köpfe noch kein Fall für die Versicherung, sondern höchstens eine Bedrohung für den Hausfrieden. Werden jedoch beim Blumen gießen Kleidung oder sonstiges Eigentum, wie etwa ungünstig stehende Elektrogeräte, des Nachbarn beschädigt, so können diese von der Haftpflichtversicherung ersetzt werden. Um wütende Nachbarn zu vermeiden, habe ich mir einfach Blumenkästen mit doppeltem Boden angeschafft, sodass zumindest überschüssiges Wasser einfach abfließen kann.

Besuch auf dem Balkon

Wer sich über Pflanzen auf dem Balkon freuen kann und es gleichzeitig geschafft hat, die Nachbarn nicht durch unfreiwillige Duschen oder umherfliegende Blätter zu verärgern, muss sich spätestens in der Urlaubszeit darum kümmern, dass die Blütenpracht regelmäßig gegossen wird. Dann ist es natürlich praktisch, wenn Nachbarn oder Freunde sich bereit erklären, sich darum zu kümmern. Doch was passiert eigentlich, wenn sie während des Freundschaftsdienstes einen teuren Blumentopf zerbrechen oder versehentlich die Balkonmöbel demolieren? Ebenfalls ein Fall für die Haftpflicht könnte man meinen – doch falsch gedacht. So genannte Gefälligkeitsschäden, also Schäden, die aus einem Freundschaftsdienst heraus entstanden sind, werden nur von der Haftpflicht übernommen, wenn diese eine spezielle Gefälligkeitsklausel enthält. Andernfalls bleiben Verursacher und Betroffener auf dem Schaden sitzen.

Wer einen großen Balkon hat, wird es kennen: An warmen Sommerabenden kommen Freunde und Bekannte wie von alleine, wenn Grill und kalte Getränke locken. Wenn der lustige Abend dann doch etwas aus dem Rahmen läuft und ein Freund die teuren Balkonmöbel beschädigt, ist das kein Grund, die Freundschaft zu beenden. Er muss das Missgeschick lediglich seiner Haftpflichtversicherung melden, die den Schaden schließlich übernimmt. Auch wenn es bei Grillpartys zu Unfällen kommt, die durch den Umgang mit offenen Feuer dabei oft schneller passiert sind als einem lieb ist, haftet die Versicherung. Wird die Nacht also nicht wegen der wilden Feier zum Tag, sondern weil die Markise des Nachbarn brennt, ist man für einen guten Versicherungsschutz mit Sicherheit dankbar.

Wenn der Besuch etwas jünger ist, kommt es mindestens ebenso leicht zu kleinen und größeren Missgeschicken. Doch sofern Kinder noch unter sieben Jahre alt sind, gelten sie als deliktunfähig, falls sie etwas anstellen. Die fünfjährige Tochter meiner Freunde warf beim Spielen eine meiner teuren Balkonpflanzen um. In Fällen wie diesen kommt die Haftpflicht nur für den Schaden auf, wenn die Aufsichtspersonen nachweislich ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Da das bei meinen Freunden nicht der Fall war, ersetzten sie mir Pflanze und Topf aus eigener Tasche. Dieser Schadensfall riss kein riesiges Loch in ihre Tasche. Doch wenn die Schäden so hoch werden, dass die Eltern diese nicht begleichen können oder wollen, bleibt der Betroffene auf seinen Verlusten sitzen. Glück im Unglück hat er, wenn die Eltern des Kindes in ihrer Haftpflichtversicherung deliktunfähige Kinder mitversichert haben. Doch auch dabei werden Schäden meist nur bis zu einer festgelegten Schadenssumme übernommen.

Haftpflichtversicherung in jeder Lebenslage

Wie man sieht, heißt ein Balkon nicht nur Frischluft, Sonne, Pflanzen und Grillspaß – zumindest nicht, wenn man nicht ausreichend versichert ist. Wer rechtzeitig vorsorgt, muss sich wenigstens finanziell gesehen keine Sorgen um kleinere und größere Unfälle oder Schäden machen, die den Frühling und Sommer vermiesen können. Mieter sollten darauf achten, dass Mietsachschäden in ihrer Haftpflicht abgedeckt sind. Auf diese Weise sind Wände, Böden und Türen der Wohnung abgesichert. Alle, die ihre eigene Immobilie bewohnen, können für viele Fälle mit einer Gebäudehaftpflichtversicherung vorsorgen. Ein letzter Tipp von meiner Seite: Nicht nur auf dem Balkon, sondern in jedem Lebensbereich ist es sinnvoll, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen, die eine Forderungsausfalldeckung enthält. Das bedeutet, dass die eigene Haftpflicht greift, wenn derjenige, der den Schaden verschuldet hat, keine Versicherung besitzt. Das heißt, immerhin ich bin geschützt, wenn mir ein Blumentopf der Nachbarin von oben auf den Kopf fällt. In diesem Sinne: Ich bin mal auf dem Balkon, Blumenkästen sichern.

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