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Die Schadensmeldung – Blog-Serie Schadensmeldung (Teil 2)

Damit eine Versicherung einen Haftpflichtschaden übernehmen kann, muss sie natürlich erst einmal davon erfahren. Logisch: Was sie nicht weiß, macht sie nicht heiß. Wenn eine Versicherung tätig werden soll, muss man ihr also erst einmal den Haftpflichtschaden melden. Nachdem ein Schaden dokumentiert wurde, sollte also unverzüglich die Meldung an die Versicherung erfolgen.

Grundlegendes zur Schadensmeldung

Immer dann, wenn man selbst einen Schaden verursacht hat und möchte, dass dieser von der eigenen Versicherung übernommen wird, sollte man den Haftpflichtschaden melden. Voraussetzung ist natürlich, dass man zum Zeitpunkt des Schadenfalls bereits über eine Haftpflichtversicherung verfügt. Denn Pflicht ist diese Versicherung nicht. Da sollte man sich vom Begriff „Haftpflichtversicherung“ nicht täuschen lassen: Sie ist eine freiwillige Versicherung.

Und wer nun im Angesicht eines verursachten Schadens denkt, schnell noch eine Haftpflicht abzuschließen, dem sei der Wind gleich aus den Segeln genommen. Vor Vertragsbeginn verursachte Schäden werden von den Versicherungen in der Regel nicht übernommen. Wer hier flunkert, begeht Versicherungsbetrug.

Schäden so schnell wie möglich melden

Und auch aus einem anderen Grund dürfte ein solches Vorhaben schwierig werden. Schäden müssen der Versicherung nämlich innerhalb einer Woche gemeldet werden. Sobald ein Schaden verursacht ist, heißt es deswegen, so schnell wie möglich dokumentieren, was beschädigt wurde und wie es dazu gekommen ist. Sollte die Schadensmeldung nicht rechtzeitig beim Versicherungsunternehmen eingehen, kann es passieren, dass Leistungen gekürzt werden oder man gleich ganz leer ausgeht. Also, egal wie schwer es fällt: Nach einem verursachten Schaden nicht gleich in die Karibik fliegen und unter Palmen vom Schreck erholen. Lieber erst noch schnell die Schadensmeldung fertig machen und danach in den Flieger setzen. Dann ist erstmal das Versicherungsunternehmen am Zug.

Mann füllt Formular aus

Schadensmeldung: Formular der Versicherungen nutzen

Versicherer bieten hier verschiedene Möglichkeiten an. Prinzipiell können Haftpflichtversicherte einen Schaden per Post oder telefonisch melden. Sie können in der Regel auch eine Außenstelle des Versicherungsunternehmens aufsuchen. Doch die meisten Versicherer setzen mittlerweile auf Online-Schadensmeldungen. In einem Formular können Versicherte sämtliche nötigen persönlichen Daten und Informationen zum Schadenfall eingeben. Bei Bedarf können zusätzlich Dateien – zum Beispiel Fotos oder gescannte Dokumente – hochgeladen und an das Versicherungsunternehmen gesendet werden.

Angaben für die Schadensmeldung: Versicherung umfangreich informieren

Einige Angaben gehören zwingend in die Schadensmeldung, etwa Informationen über den Schadenhergang und -umfang oder die Personendaten des Geschädigten. Andere wiederum sind zwar nicht verpflichtend, können aber die Bearbeitung des Falles beschleunigen. Wichtige Informationen sind auf jeden Fall folgende:

  • Versicherungsscheinnummer
  • Datum und Ort des Schadenfalls
  • Angaben zum Schadenhergang
  • Liste der beschädigten Gegenstände
  • Geschätzte Schadenhöhe
  • Name und Anschrift des Geschädigten
  • Angabe des Schadenverursachers (evtl. Familienangehöriger oder Kind)

Sinnvolle Schadensdokumentation

Diese Informationen reichen zwar prinzipiell aus, um einen Schaden ordnungsgemäß zu melden. Doch damit die Versicherung optimal arbeiten kann, sind möglichst umfangreiche Informationen zum Schadenfall hilfreich. So kann der Fall von der Versicherung besser bewertet werden und die Bearbeitungszeit sinkt. Eine aufschlussreiche Schadensdokumentation kann zum Beispiel aussagekräftige Fotos oder Videos und eine Liste mit Unfallzeugen umfassen, die die Versicherung im Bedarfsfall – etwa während eines Gerichtsprozesses – kontaktieren kann. Auch Kaufbelege der beschädigten Gegenstände sollten eingereicht werden, um deren Neuwert genau bestimmen zu können. Das ist vor allem im Interesse des Geschädigten. Wird sie durch eine gute Dokumentation unterstützt, hilft die Schadensmeldung Versicherung, Versichertem und auch dem Geschädigtem. Sind beteiligte Personen selbst zu Schaden gekommen und haben etwa eine Verletzung davon getragen, sollte auch dies – möglichst in Form eines ärztlichen Attests – gemeldet werden. Das ist vor allem dann wichtig, wenn es im Privaten zu Sportunfällen kommt.

Mahnbescheide und Co.: Alles an die Versicherung weiterleiten

Mit der Schadensmeldung ist es allerdings noch nicht getan. In vielen Fällen kann es vorkommen, dass der Geschädigte Schadenersatz direkt vom Verursacher fordert. Die Versicherungen raten in solchen Fällen dringend davon ab, diese Zahlungen zu leisten. Denn sie können ja auch immer als ein Schuldeingeständnis verstanden werden. Und die Rechtmäßigkeit der Forderungen festzustellen, liegt ja eben im Aufgabenbereich der eigenen Versicherung. Zahlungsaufforderungen, gerichtliche Mahnbescheide und ähnliche Dokumente sollten also unbedingt immer an die Versicherung weitergeleitet werden. Gleichzeitig sollte den Mahnbescheiden fristgerecht widersprochen werden. Auch hierbei stehen die Versicherer in der Regel mit Rat und Tat zur Seite.

So geht es weiter

Damit die Versicherung eine Haftpflichtleistung erbringt, ist neben einer aussagekäftigen Schadensdokumentation und der Schadensmeldung ein weiterer Punkt wichtig: die Obliegenheiten des Versicherten. Das sind vertragliche Pflichten, die der Versicherte erfüllen muss. Die Zahlung der jährlichen Beiträge gehört hierzu. Oder auch wahrheitsgemäße Angaben über die eigene Situation im Allgemeinen und einen Schadenfall im Speziellen. Da die (unwissentliche) Verletzung solcher Pflichten durch den Versicherten im Schadenfall zu Leistungskürzungen führen kann, sollten sich Versicherte informieren, welche Obliegenheiten sie konkret erfüllen müssen. Der kommende Blog widmet sich ausführlich diesem Thema.

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