Süßes oder Saures? Halloween, Haftpflicht und die Nacht des Grauens

Am Abend des 31. Oktober werden auch Deutschlands Straßen zunehmend von Hexen, Vampiren, Feen, Geistern und Monstern bevölkert. Denn auch hier wird mittlerweile in der Nacht zu Allerheiligen Halloween gefeiert. Mit dem Spruch „Süßes oder Saures“ ziehen Kinder von Tür zu Tür auf der Jagd nach Süßigkeiten. Gibt es nichts Süßes, drohen der Tradition nach Streiche. Doch kann aus einem Streich schnell Ernst werden, wenn es zu erheblichen Schäden oder Unfällen kommt. Ohne private Haftpflicht kann diese Nacht für Eltern dann tatsächlich zu einer Nacht des Grauens werden.

Nur ein kleiner Scherz oder bitterer Ernst?

Mit Halloween-verbindet man in der Regel Streiche wie das im Garten verteilte Toilettenpapier, den Rasierschaum an Fenstern und rohe Eier, die gegen eine Haustüre geworfen wurden. Doch was im ersten Moment witzig klingt, kann ungeahnte Folgen haben. Denn nicht alle Streiche sind harmlos und bleiben ohne Konsequenzen. Während kleine Klingelstreiche meist nur lästig sind, endet der Spaß, wenn es zu einer Sachbeschädigung oder Körperverletzung kommt. So kann die Verwüstung eines Gartens, das Verkleben eines Türschlosses oder das Zerkratzen eines Autos schnell für jede Menge Ärger sorgen. Denn eine solche Sachbeschädigung wird bei einer Anzeige strafrechtlich verfolgt. Und hierfür braucht es wirklich nicht viel: Bereits die Verschmutzung einer Sache , die nicht dauerhaft beschädigt ist, kann als Sachbeschädigung gewertet und für die Eltern ziemlich teuer werden.

Wann gibt es Ärger bei Schäden zu Halloween?

Doch nicht immer ist die Situation so einfach. Denn sowohl die Eltern als auch die Kinder selbst sind nicht jederzeit für das Treiben haftbar zu machen. Dabei beeinflussen drei Faktoren die Haftungsfrage:

  • In welchem Alter sind die Kinder?
  • Wurde die Tat vorsätzlich begangen?
  • Haben die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt?

Wann haften Eltern für ihre Kinder?

Mit der Vollendung des 7. Lebensjahres sind Kinder deliktfähig. Das bedeutet, dass sie grundsätzlich selbst für ihr Handeln haftbar gemacht werden können. Bei einem Schaden tragen jedoch die Eltern die Kosten. Ist der Nachwuchs noch keine 7 Jahre alt, ist der Sachverhalt komplizierter. Denn in diesem Fall sind die Kinder grundsätzlich noch deliktunfähig und haften damit nicht für ihre Handlungen. Auch die Eltern können in diesem Fall nur haftbar gemacht werden, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Dies ist der Fall, wenn Eltern ihre 6 Jahre alten Kinder allein von Tür zu Tür ziehen lassen. Sind die Eltern jedoch dabei und das Kind beschädigt versehentlich etwas, müssen die Erziehungsberechtigten aus rechtlicher Sicht nicht für den entstandenen Schaden aufkommen. In der Praxis stehen dennoch viele Eltern für Schäden der eigenen Kinder ein.

Wann hilft die private Haftpflichtversicherung?

Nach Geburt des Nachwuchses sollte dieser unbedingt in die private Haftpflichtversicherung der Eltern aufgenommen werden. Dabei sollte vor allem darauf geachtet werden, dass auch Schäden mitversichert sind, die durch nicht deliktfähige Kinder verursacht werden. Denn dies betrifft den Nachwuchs bis er das 7. Lebensjahr vollendet. Im Straßenverkehr gilt die Deliktunfähigkeit des Kindes sogar bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres.

Wird der Haftpflicht-Tarif durch Einschluss des Kindes deutlich teurer, kann sich auch der Wechsel zu einem anderen Haftpflicht-Anbieter lohnen. Denn nur wenn der Nachwuchs ausreichend mitversichert ist, übernimmt die private Haftpflichtversicherung im Schadensfall die Kosten.

Schreiende Kinder an Halloween

Private Haftpflicht und Kinder unter 7 Jahren

Ist das Kind noch nicht deliktfähig und verursacht einen Schaden, der entstand, weil die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, so müssen diese den Schaden ersetzen bzw. für die entstandenen Kosten aufkommen. Wurde vorab ein private Haftpflichtversicherung abgeschlossen, die auch für Schäden deliktunfähiger Kinder aufkommt, übernimmt die Versicherung in der Regel die Kosten für den entstandenen Schaden.

Tritt allerdings ein Schaden auf, obwohl die Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben, müssen weder die Versicherung noch die Eltern für den entstandenen Schaden aufkommen. Schließlich ist das Kind noch nicht für das eigene Tun verantwortlich und damit nicht haftbar.

Haben die Eltern jedoch eine private Haftpflicht abgeschlossen, die auch Schäden nicht deliktfähiger Kinder einschließt, besteht auch in solchen Fällen die Möglichkeit, dass die Versicherung den Schaden übernimmt. Denn in manchen Fällen greift die Haftpflicht für Kinder auch ohne eine Prüfung der Aufsichtspflicht.

Bei Vorsatz hilft auch die private Haftpflicht nicht weiter

Ein Ausnahmefall liegt vor, wenn der Schaden vorsätzlich vom Nachwuchs begangen wurde. Denn in einer solchen Situation bleiben die Eltern in der Regel auf den entstandenen Kosten sitzen. Schließlich springt eine private Haftpflichtversicherung nicht bei vorsätzlich verursachten Schäden ein.

So sollten Eltern vorab mit ihren Kinder besprechen, was unterwegs erlaubt und was verboten ist. Dies ist vor allem bei vorsätzlichen Schäden wichtig, da diese nicht nur von keiner Haftpflicht gedeckt werden, sondern auch rechtliche Konsequenzen mit sich bringen können.

Wenn die Kinder bereits deliktfähig sind

Sind die Kinder bereits deliktfähig, haften sie selbst für verursachte Schäden, der jedoch von den Eltern zu tragen ist. Wurde der Schaden jedoch nicht vorsätzlich verursacht, springt in der Regel die Haftpflichtversicherung der Eltern für die entstandenen Kosten ein, wenn das Kind mitversichert ist.

Auch an Halloween hat der Spaß Grenzen

Zwar steht bei Halloween vor allem der Spaß der Kinder im Fokus. Doch sollten auch an diesem Tag die Grenzen zwischen Spaß und Ernst eingehalten werden. Denn Sachbeschädigung bleibt Sachbeschädigung, auch an Halloween. Zur Sicherheit sollten Eltern ihre Kinder stets umfassend über die eigene Haftpflichtversicherung absichern. Ist der Nachwuchs noch unter 7 Jahre alt, sollte darauf geachtet werden, dass auch deliktunfähige Kinder mitversichert sind. Schließlich erspart eine gute Absicherung im Ernstfall nicht nur hohe Kosten, sondern unter Umständen auch viel Ärger.

Versicherungsschutz für die Halloween-Party

Steht der Plan, dass Halloween in diesem Jahr im großen Rahmen zelebriert und eine fetzige Halloween-Party veranstaltet werden soll, muss auch in diesem Fall für einen ausreichenden Versicherungsschutz gesorgt werden. Denn als Veranstalter einer großen Party – beispielsweise im eigenen Garten – haftet man in der Regel auch für entstandene Schäden. Je nach Umfang und Größe der Party sollte man deshalb darüber nachdenken, eine Veranstaltungsversicherung für dieses Event abzuschließen. Vor allem eine Veranstaltungshaftpflichtversicherung, die bei Personen-, Vermögens- oder Sachschäden leistet, kann an dieser Stelle sinnvoll sein.