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Berufsleben: Wann greift die gesetzliche Unfallversicherung?

Während ihrer beruflichen Tätigkeit sind Arbeitnehmer grundsätzlich durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Dieser Schutz erstreckt sich zudem auch auf Wegeunfälle von und zur Arbeitsstätte sowie auf Berufskrankheiten. Abgedeckt sind damit Arbeitsunfälle, die Arbeitnehmern während ihrer Tätigkeit oder auf dem Dienstweg widerfahren. Doch wie sieht der Versicherungsschutz im Detail aus? Und sind Arbeitnehmer auch beim Betriebssport oder während Firmenveranstaltungen versichert?

Wann handelt es sich um einen Unfall auf dem Dienstweg?

Der gesetzliche Unfallschutz besteht nicht nur während der Arbeit. Auch auf dem Dienstweg sind Arbeitnehmer versichert. Bei diesen Wegeunfällen handelt es sich um Unfälle, die auf dem direkten Weg von und zur Arbeit geschehen. Versichert sind jedoch auch Umwege, welche zur Unterbringung der Kinder während der Arbeitszeit nötig sind. Auch die Abholung einzelner Personen im Zuge einer Fahrgemeinschaft, Umleitungen oder die Nutzung längerer Wege, mit deren Hilfe man den Arbeitsplatz zügiger erreichen kann, sind in der Regel abgesichert.

Nicht versichert sind Arbeitnehmer, wenn sie den direkten Arbeitsweg unterbrechen, um beispielsweise einkaufen zu gehen. Auch bei Unfällen, die während Umwegen aus privaten Gründen geschehen, besteht kein Versicherungsschutz. Dauern diese Unterbrechungen länger als zwei Stunden, so ist der Arbeitnehmer auch während des restlichen Heimwegs nicht mehr durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Nicht versichert sind zudem Unfälle auf Wegen, die weder zur Arbeitsstätte noch von dort zur Wohnung des Arbeitnehmers führen.

Versicherungsschutz bei einer Berufskrankheit

Auch Berufskrankheiten, also Erkrankungen, die sich der Arbeitnehmer durch seine berufliche Tätigkeit zugezogen hat, sind durch die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt. Voraussetzung für den Versicherungsfall ist, dass die entsprechende Krankheit in der Berufskrankheitenverordnung des Gesetzgebers auch so bezeichnet wird. Erkrankungen des Skeletts, der Muskulatur oder des Herz-Kreislaufsystems fallen beispielsweise unter die Bezeichnung Volkskrankheiten. Damit fallen diese in der Regel als Berufskrankheiten weg. Besteht der Verdacht einer Berufskrankheit, so muss dies der entsprechenden Berufsgenossenschaft mitgeteilt werden.

Während Betriebssport versichert?

Doch sind Mitarbeiter nicht nur bei Wegeunfällen, Berufskrankheiten oder während anderen Tätigkeiten wie dem Instandsetzen von Arbeitsgeräten durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Der Versicherungsschutz der Unfallversicherung besteht in der Regel auch beim Betriebssport des Unternehmens. Dies umfasst nicht nur die komplette Kursdauer, sondern auch den Weg zur Sportveranstaltung und zurück. Unerheblich ist zwar, um welche Sportart es sich handelt, doch müssen darüber hinaus einige Voraussetzungen beachtet werden:

  1. Der Betriebssport des Unternehmens muss in regelmäßigen Abständen stattfinden
  2. Der Betriebssport muss eine Verbindung zum Unternehmen besitzen. Dies bedeutet, dass die Firma die Kurse nicht nur selbst organisiert, sondern auch die Räume von ihr zur Verfügung gestellt werden. Zudem bestimmt das Unternehmen die Uhrzeiten, zu denen die jeweiligen Sportkurse stattfinden
  3. Beim Großteil der Kursteilnehmer muss es sich um Mitarbeiter handeln.
  4. Das Sportangebot des Unternehmens darf nur zum Zweck des Ausgleichs angeboten werden.

Beim Betriebssport können sich ausnahmsweise auch mehrere Unternehmen zusammenschließen und auf diese Weise überbetriebliche Sportkurse anbieten. Denn auch in diesem Fall besteht der Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Handelt es sich um Sportereignisse, die einen Wettkampfcharakter aufweisen, so entfällt in diesem Fall der gesetzliche Unfallversicherungsschutz. Selbst dann, wenn das Sportangebot vom Unternehmen angeboten wird.

distanzlauf

Bei Firmenläufen kein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz

In vielen Städten gibt es ihn schon, den Firmenlauf. Hierbei handelt es sich in der Regel um Distanzläufe ab 5 Kilometer, an denen sich Mitarbeiter-Teams der dort ansässigen Unternehmen beteiligen. Der Arbeitgeber übernimmt hier häufig nicht nur die Teilnahmegebühr, sondern auch die anfallenden Kosten für die Verpflegung der Teilnehmer. Einige Firmen stellen zudem auch die Sportkleidung.

Anders als beim Betriebssport sind Mitarbeiter bei einem Firmenlauf jedoch nicht über die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Schließlich besitzt diese Sportveranstaltung nicht nur einen deutlichen Wettkampfcharakter. Zudem findet sie auch nur einmal pro Jahr statt. Dies widerspricht der vorgegebenen Regelmäßigkeit, wie sie beim Betriebssport vorausgesetzt wird. Darüber hinaus entspricht ein Firmenlauf nicht keiner Veranstaltung für alle Mitarbeiter des Unternehmens, sondern nur für besonders sportliche Beschäftigte. Entsprechend handelt es sich nicht um eine betriebliche Sport- bzw. Gemeinschaftsveranstaltung.

Sind die Mitarbeiter auf Betriebsfeiern versichern?

Voraussetzungen für eine betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung ist nicht nur, dass diese der Pflege von Beziehungen zwischen den Mitarbeitern, sondern auch zwischen Angestellten und Firmenleitung dient. Auch muss die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung für alle Beschäftigten der Firma möglich sein. Ergänzend muss die Firmenleitung die Feier planen, ausführen und selbst an der Veranstaltung teilnehmen. Wobei hierfür auch ein Stellvertreter beauftragt werden kann. So greift der gesetzliche Unfallschutz bei der offiziellen Firmenfeier, nicht aber beim Firmenlauf. Hier wird eine private Unfallversicherung benötigt. Doch Vorsicht: Während der offiziellen Firmenfeier sind nur Mitarbeiter durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Andere Gäste wie Familienmitglieder sind hingegen nicht versichert. Auch gilt der gesetzliche Versicherungsschutz nur bis zum offiziellen Ende der Veranstaltung.

Wann ist der Veranstalter für Schäden haftbar?

Sowohl bei der Vorbereitung als auch bei der Durchführung einer Veranstaltung unterliegt der jeweilige Veranstalter der gesetzlichen Haftpflicht. Dies bedeutet, dass er beispielsweise für Schäden aufkommt, die aufgrund mangelnder Sicherheitsvorkehrungen entstanden sind. Versichert sind dabei nicht nur die berechtigten Haftpflicht-Ansprüche der Teilnehmer, sondern auch die der Besucher bzw. Zuschauer. Entsprechend sollte der Veranstalter über den Abschluss einer Veranstalterhaftpflichtversicherung nachdenken. Ist ein Unternehmen selbst der Veranstalter eines Events, sollte auch in diesem Fall nicht auf eine solche Versicherung verzichtet werden.

Gesetzlichen Versicherungsschutz sinnvoll ergänzen

Zwar hat die gesetzliche Unfallversicherung den Auftrag, den Verletzten, dessen Angehörige oder die Hinterbliebenen zu entschädigen. Doch greift der Versicherungsschutz nicht in jedem Fall. Denn gerade für Freizeitunfälle übernimmt der gesetzliche Schutz keine Haftung. An dieser Stelle sollte selbst durch Abschluss einer privaten Unfallversicherung vorgesorgt werden.

Auch die private Haftpflichtversicherung bietet umfangreichen Schutz im Alltag. Sie übernimmt die Kosten für bei Dritten verursachte Sach-, Vermögens- und Personenschäden. Und gerade Personenschäden können durch Arzt- und Folgekosten schnell ziemlich teuer werden, sogar bis in die Millionenhöhe gehen. Entsprechend lohnt sich die Investition in eine solche Versicherung ganz besonders.

3 Kommentare

  1. Johnd862

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